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Geschichte wird lebendig - Zeitzeugengespräch am Nocken

Am 27.03.2019 war Rachel Klüger, eine jüdische Zeitzeugin der Schrecken des Zweiten Weltkriegs, auf Einladung von Frau Lappas sowie der gesamten Fachschaft Geschichte zu Gast am Gymnasium Vohwinkel. Sie ist selbst Lehrerin, spricht Deutsch und berichtete über das Leben im Ghetto in Transnistrien. Für unsere Schüler ergab sich so die (immer seltener werdende) Gelegenheit zu einem Zeitzeugengespräch, um einen noch direkteren Zugang zu diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte zu erhalten...

 

Frau Klüger wurde als Kind deutschsprachiger Juden geboren und 1941 nach Transnistrien deportiert. Im Oktober kam die Familie dann nach Mogilev Podolsk (heutige Ukraine) in ein Arbeitslager und wurde in herrenlosen Häusern einquartiert. Dadurch, dass der Vater in einer Fabrik als Klempner beschäftigt war, wurde die Familie von Vernichtungslagern verschont. 10.000 Juden aus den umliegenden Ortschaften wurden in das Arbeitslager deportiert. Zum Ende des Krieges überlebten etwa 2000 Juden. Die Zeit war geprägt von schlimmen Lebensverhältnissen, Typhus, Hunger, Kälte, und Erschießungsmaßnahmen durch die SS-Männer. 1944 wurde die Ortschaft dann von der roten Armee befreit. Die Familien der Eltern sind größtenteils in Todeslagern umgekommen.

 

Wegen des großen Interesses der Schulgemeinschaft fand die Veranstaltung, die von Herrn Dr. Herrmann als Schulleiter feierlich eröffnet wurde, nicht in der Schule, sondern in der Evangelischen Kirche Gräfrather Straße statt. Nach der Begegnung mit Rachel Klüger äußerten sich viele Schülerinnen und Schüler bewegt und beeindruckt von Frau Klügers Schilderungen. In diesem Sinne hat das Zeitzeugengespräch sicher einen Beitrag dazu geleistet, die für nachfolgende Generationen mahnende Erinnerung an das Schicksal jüdischer Menschen während des Holocaust wach und lebendig zu halten.

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