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Clean Clothes? Projektarbeit im bilingualen Kurs "Social Studies"

Während einer Unterrichtsreihe zum Thema "Globalization" hat sich der bilingual unterrichtete Kurs "Social Studies" von Herrn Hostert mit global verlaufenden Wertschöpfungsketten in der Textilindustrie beschäftigt. Ein Schwerpunkt der Unterrichtsreihe lag dabei auf den Arbeitsbedingungen der Näherinnen, die häufig in sogenannten "Sweatshops" in zumeist sehr armen Ländern arbeiten. In diesem Zusammenhang haben die Schülerinnen und Schüler in Projekten gearbeitet, in denen sie Briefe an in Deutschland populäre, oft international agierende Modelabel gesendet haben...

In diesen (zumeist in englischer Sprache verfassten) Briefen haben sich unserer Schülerinnen und Schüler direkt bei adidas, Nike, Hilfiger & co. erkundigt, unter welchen Bedingungen ihre Kleidung entsteht und wie sie es mit Bezahlung und Schutz der Arbeiter(innen) halten. Die Schülerinnen und Schüler hatten zuvor ebenfalls erarbeitet, welch langen Weg ein alltägliches Produkt wie z.B. ein einfaches T-Shirt oft hinter sich hat, bevor es in unseren Läden landet - von der Baumwollernte in Amerika, zur Weiterverarbeitung der Baumwolle in der Türkei bis zum Nähen des T-Shirts in Bangladesh, von wo es über große Distributionszentren z.B. in den Niederlanden schließlich in deutschen Modeläden ankommt.

Es folgen einige Projektberichte von Schülerinnen und Schülern des Kurses:

"Unser letztes Unterrichtsthema war wirtschaftliche Globalisierung. Hier haben wir uns u.a. über Sweatshops, Arbeiter in der Textilindustrie und deren Arbeitsbedingungen informiert. Sweatshops sind Fabriken, die von Marken rund um die Welt genutzt werden, um Produkte für einen niedrigen Lohn herzustellen. Wir haben Informationen gesammelt und dann Briefe an ausgewählte Marken geschrieben. Unsere Marken waren KIK, H&M und C&A. In den Briefen haben wir die Arbeitsbedingungen, Löhne und weitere schlechte Entscheidungen der Marken kritisiert. In den Fabriken herrschen oft sehr schlechte Bedingungen: es ist viel zu heiß, die Luft ist staubig, Arbeiter werden von den Aufsehern schlecht behandelt und der Lohn ist viel zu niedrig. Ein Stundenlohn liegt in asiatischen Ländern durchschnittlich zwischen 0.32$ und 0.90$. Leider haben wir nur von C&A eine Antwort bekommen. Sie beinhaltete, dass es C&A um die häufig schlechten Bedingungen weiß und dass sie etwas ändern werden.

Unserer Meinung nach klingt das nicht sehr glaubwürdig und es wird sich höchstwahrscheinlich erst in ferner Zukunft etwas ändern. Obwohl die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern von KIK und H&M möglicherweise noch schlechter sind, haben beide trotz mehrerer Briefe von uns nicht einmal geantwortet. Wir hoffen, dass sich bald etwas ändert, sich mehr Leute für dieses Thema interessieren und mithelfen, etwas zu verändern. Uns hat die Arbeit am Projekt auf Englisch sehr viel Spaß gemacht und wir können das neue Fach "Social Studies" echt empfehlen."

Martina & Jeremias

"Wir haben im Unterricht in Zweiergruppen zum Thema Arbeitsbedingungen in Textilfabriken gearbeitet. Wir  haben jeweils einen Brief an eine Firma geschrieben, die häufig in der Kritik steht für ihre schlechten Arbeitsbedingungen. In diesem Brief haben wir unsere Kritikpunkte an der jeweiligen Firma zusammengefasst und um eine Antwort gebeten.  Unser Projekt-Team hat sich für NIKE und PIMARK entschieden. Zu unserer Überraschung antworteten die Firmen oft nicht direkt, sondern anhand einer vorgeschriebenen Standardnachricht. In diesen Nachrichten haben die Firmen anhand zahlreicher Argumente versucht, die Kritik zurückzuweisen. Die wichtigsten Argumente der Firmen waren vor allem Einsparungen in Transport- sowie in Produktionskosten. Diese Argumente konnten jedoch häufig nicht überzeugen, da die Firmen wenig konkrete Informationen zu den Arbeitsbedingungen ihrer Hersteller angaben. Am Ende kamen wir als Kurs zu dem Entschluss, dass die Firmen mehr gegen die Ausbeutung ihrer Näherinnen tun müssen."

Oscar & Willi

"Wir haben uns im Unterricht in Zweiergruppen über die Textilindustrie, internationale Modelabels und deren Produktionsabläufe informiert. Wir kamen auf dieses Thema, weil wir bereits über die weltweite Globalisierung in verschiedenen Bereichen gesprochen hatten. In unserer Projektarbeit haben wir Briefe an Firmen wie Adidas und HUGO BOSS geschrieben und uns mit den Antworten der Firmen auseinandergesetzt.

Die Firmen haben teilweise nicht geantwortet oder nur nach langer Zeit. Die Antworten waren oft umständlich formuliert und deshalb nicht leicht zu analysieren. Unsere Arbeit  und deren Ergebnis haben wir anschließend vor dem Kurs präsentiert und erläutert. Der Kurs kam zu dem Entschluss, dass die von uns ausgewählten Marken ihre Arbeiter in der "dritten Welt" besser behandeln sollten und mehr Engagement zeigen sollten, deren Arbeitsbedingungen zu verbessern. Viele der im Kurs diskutierten Firmen haben eingeräumt, dass die Arbeiter nicht unter den besten Arbeitsbedingungen produzieren. Jedoch sind viele Firmen durchaus daran interessiert, diese Probleme zu lösen. Wir hoffen, dass die Missstände so schnell wie  möglich behoben werden, und dass wir durch unser Projekt zur Mithilfe anregen konnten."

Frederik & Luis

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